YonKo Games – Jubeln bis zum Umfallen

Heute konnten wir endlich live testen wofür wir am Tag der Orientierung 1h lang geübt haben: Die YonKo Games (연고전) standen für der Tür. Die Rivalen Yonsei und Korea University liefern sich in 5 verschiedenen Sportarten einen blutrünstigen Kampf auf Leben und Tod (so stellten wir uns das zumindest vor als man uns davon erzählte blush).
Am ersten Tag fuhren wir sehr früh zum ersten Baseballspiel unseres Lebens! heart_eyes Die Yon-Ko-Jeon waren wirklich ein All-inclusive-Programm, denn schon am Eingang bekamen wir sämtliche Fanartikel und einen kleinen Frühstücksnack mit einem Soja-Bohnenmilch Drink. Obwohl kostenlos vieles besser macht, war dieses “Getränk” soooo widerlich, dass ein Stück Plastik definitiv schmackhafter gewesen wäre.

Im Stadion tauchten wir dann mit unseren Yonsei Fan T-Shirts in die blaue Masse ein. Was das Bild ein bisschen trübte, war dass die Studenten der Korea Univ. einen deutlich dichteren/kräftigeren Farbklecks hinterließen. Das lag wohl nicht zuletzt daran, dass viele Professoren an der Yonsei ihre Vorlesung hielten, obwohl jeder weiß wie wichtig dieses Event für Studenten und Uni ist. Aber davon wollten wir uns nicht die Stimmung vermiesen lassen, wir mussten eben einfach doppelt so viel jubeln. Beide Unis hatten Cheerleader mit gewöhnungsbedürftigen Outfits, welche die KOMPLETTEN Spiele hindurch tanzten! Nach der Eröffnungszeremonie ging das Baseball Spiel los – der richtige Zeitpunkt um nach den Regeln zu fragen smirk Wegen offensichtlicher Komplexität beließen wir es bei einem “Schlag den Ball und renn im Viereck”-Prinzip. Aber das Zusehen war eh nur Nebensache, denn es ging AUSSCHLIESSLICH ums jubeln. Die ca.15 Songs hatten sich mittlerweile 5-6 mal wiederholt. Yaaaaay die Yonsei University hat am Ende gewonnen (was wir allerdings nur mit bekamen, weil wir uns die letzten 5 Minuten mal auf das Spiel konzentrierten (was für eine Schande für die tanzende Masse stuck_out_tongue_closed_eyes). Das nächste Spiel war Basketball, und es unterschied sich nur darin, dass wir die Regeln kannten und Yonsei verlor, das Jubeln war das aller gleiche und hatte sich inzwischen fest in unser Hirn eingebrannt. Völlig erschöpft schworen wir uns am nächsten Tag nicht mehr so viel zu jubeln und uns mehr den Spielen zu widmen…

… Aber daraus wurde natürlich nichts. Denn am Samstag war das komplette Stadion gefüllt und die Stimmung verlieh einem Gänsehaut. Die Gedanken von gestern waren schnell vergessen und ehe wir uns versahen befanden wir uns wieder in Mitten der blauen Jubelchöre und brüllten uns die Seele aus dem Leib (WORTWÖRTLICH, denn einer der Songs hatte tatsächlich keinerlei Lyrics sondern bestand nur aus animalischen Geschrei). Das Rugby Spiel war zwar schon ganz lustig, aber das Spiel danach hat alles getoppt: der südkoreanische Fußball macht einen nicht nur aggressiv, sondern ist auch noch urkomisch. Anstatt den Ball durch Passen vom eigenen in den gegnerischen Straufraum zu bekommen, setzen die Koreaner einfach auf ein wildes drauflos ballern à la “Hilfe, aua, ein Ball, heiß, weg damit” smiley smiley joy #shootitlikeit’shot Da die Korea University 2 von 4 Spielen gewann und eines, Ice Hockey, unentschieden ausging, musste unsere Uni das letzte Spiel gewinnen, um auszugleichen. Wundersamerweise waren beide Mannschaften so schlecht, dass wir durch einen Ticken mehr Glück das Spiel mit 3:2 für uns entscheiden konnten und die Yon-Ko-Jeon unentschieden ausgingen – das erste Mal seit angeblich 5 Jahren.

Das Aufregendste stand uns am Abend aber noch bevor. In unserem Viertel Sinchon feierten die beiden Unis anschließend zusammen in nicht enden wollenden “Bolognesen”, die sich durch die engen Straßen schlängelten, ihre Siege (oder vielmehr ihre Fähigkeit laut zu jubeln). Riesige Mengen versammelten sich vor den Restaurants, um sich mit lauten Schlachtrufen ein paar Flaschen Soju und kostenloses Essen zu verdienen. Yonsei-Ro, die Hauptstraße, die zu unserer Uni führt, wurde für die Feierlichkeiten abgesperrt und war Standort für ein letztes Abschiedskonzert, welches dem magischen Abend einen gebührenden Abschied verlieh. Wir tanzten & hüpften mit den koreanischen Studenten im Regen und schrien uns noch das letzte bisschen Stimme aus dem Hals.

Nicht erwähnen müssen wir wahrscheinlich, dass die feuchtfröhliche Nacht erst am frühen Morgen für uns geendet hat wink

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